Christa Neuper (geb. 1958)

o. J., Fotograf: Stuhlhofer

EINE FRAU AN DER UNISPITZE

Christa Neuper, geboren 1958 in Graz, nahm 1976 das Studium der Psychologie an der Karl-Franzens-Universität auf, das sie 1984 mit der Promotion abschloss. Dank ihrer interdisziplinären Arbeitsweise und Offenheit gegenüber technischen und medizinischen Fragestellungen gelang es ihr, eine Brücke zwischen den Disziplinen zu schlagen. Nach einer Familienpause war sie am Institut für Elektro- und Biomedizinische Technik an der TU Graz sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ludwig-Boltzmann-Institut für Medizinische Informatik und Neuroinformatik tätig. Gemeinsam mit ihren Kolleg/-innen arbeitete Neuper während dieser Zeit an der Entwicklung eines EEG-basierten Brain-Computer-Interface: einer Schnittstelle, mittels derer kognitive Prozesse in spezielle Computerfunktionen übersetzt werden, die es bspw. ermöglichen, Prothesen, Rollstühle oder Roboter zu steuern.

2002 habilitierte sie sich in Psychologie, 2005 wurde sie zur Professorin für „Angewandte Neuropsychologie: Mensch-Computer-Schnittstelle“ an der Karl-Franzens-Universität bestellt. Im gleichen Jahr fand auch die Gründung der Forschungsplattform „Initiative Gehirnforschung Steiermark INGE-St“ statt, der Neuper bis 2011 vorstand. Von 2006 bis 2011 leitete die Hirnforscherin das Institut für Semantische Datenanalyse an der Fakultät für Informatik der TU Graz. 2007 wurde sie Universitätsprofessorin für Neuropsychologie an der Uni Graz, wo sie von 2009 bis 2011 das Institut für Psychologie leitete.

Mit 1. Oktober 2011 wurde Neuper zur Rektorin gewählt und war damit die erste Frau an der Spitze der Karl-Franzens-Universität. In dieser Funktion ist es ihr ein besonderes Anliegen, Spitzenforschung in Graz in Kooperation mit den anderen Universitäten am Standort zu stärken und international sichtbar zu machen sowie die globale Vernetzung der Universität Graz weiter voranzutreiben. Darüber hinaus setzt Neuper sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf innerhalb des Universitätsbetriebs sowie die Work-Life-Balance der Mitarbeiter/-innen ein, wofür sie von der Tageszeitung Die Presse als „Österreicherin des Jahres 2014“ in der Kategorie „Familie und Beruf“ ausgezeichnet wurde.

Wer beruflich Top-Leistungen erbringen möchte, muss privat entlastet werden. Daher sehe ich es als eine Aufgabe der Karl-Franzens-Universität Graz, ihre Angehörigen bei der Vereinbarung von Beruf und familiären Verantwortungen bestmöglich zu unterstützen. 

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