Christine Anderwald (geb. 1954)

Foto: Ahmad Alshaarani, 2016
ORGANISATORISCHE LEITERIN DES AMBULATORIUMS CARITAS MARIENAMBULANZ

„Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Anfang einer neuen Wirklichkeit.“ Dieser Satz des Befreiungstheologen Hélder Câmara wurde für Christine Anderwald zum Leitgedanken. Eine ihrer vielen Begabungen ist es, Menschen für eine Idee zu begeistern, wodurch es möglich wurde, ein Projekt wie die Marienambulanz zu verwirklichen. Geboren im Mürztal als eines von acht Kindern einer Bergbauernfamilie, beschritt sie einen nicht durch die Umstände vorgegebenen Weg. Sie besuchte die Krankenpflegeschule und wurde früh Mutter, absolvierte die Ausbildung zur Diplomierten Gesundheits- und Krankenschwester für Psychiatrie und Neurologie, arbeitete in der Landesnervenklinik Sigmund Freud und schließlich in der Flüchtlingsbetreuung der Caritas, wo sie Erfahrungen und Wissen für den Aufbau der Marienambulanz sammeln konnte.

1999 wurde die Marienambulanz eröffnet, die eine kostenlose medizinische Erst- und Grundversorgung für Menschen, die aus allen Gesundheitsversorgungsnetzen herausgefallen sind, bietet. Sie umfasst eine allgemeinmedizinische Ordination, eine Ordination für Diabetes-, Hypertonie-, Psychiatrie- und Frauenheilkunde, rollende medizinische Betreuung, sozialpsychiatrische Arbeit sowie medizinische Betreuung und Streetwork im Drogenbereich. Ab 2005 war Christine Anderwald organisatorische Leiterin dieser unverzichtbaren Ambulanz und entwickelte diese bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Berufsleben 2012 zu einem europaweiten Vorzeigeprojekt im Gesundheitswesen.

Für ihr Wirken im Zeichen der Nächstenliebe erhielt sie mehrere Auszeichnungen wie z. B. den Menschenrechtspreis des Landes Steiermark. Gegenwärtig arbeitet sie u. a. ehrenamtlich als Deutsch- und Integrationspatin für Flüchtlinge.

Ein Weg entsteht, indem wir ihn begehen.

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