Helga Konrad (geb. 1948)


Foto: Privatbesitz Helga KonradINITIATORIN DER KAMPAGNE „GANZE MÄNNER MACHEN HALBE-HALBE“

Helga Konrad, 1948 in Graz geboren, studierte Romanistik und Anglistik an der Karl-Franzens-Universität Graz und an der Sorbonne in Paris. Nach ihrer Promotion 1975 war sie von 1977 bis 1980 Referentin in der Bildungsabteilung der steirischen Arbeiterkammer. Danach wechselte sie ins Kulturmanagement und war von 1980 bis 1993 Geschäftsführerin der Steirischen Kulturinitiative in Graz. In dieser Zeit begann auch ihr politisches Engagement, wobei Frauenpolitik sehr bald den Schwerpunkt ihrer Arbeit bildete. 1987 wurde sie Grazer Gemeinderätin, 1993 Stadträtin, von 1991 bis 1997 war sie Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Steiermark, 1995 wurde sie zur Bundesfrauenvorsitzenden gewählt. Im gleichen Jahr wurde sie zur Frauenministerin ernannt und hatte diese Position bis 1997 inne.

In dieser Funktion startete sie 1996 die Kampagne „Ganze Männer machen halbe-halbe“, die in Österreich nicht nur heftig diskutiert wurde, sondern regelrecht für Aufregung sorgte. Ziel der Kampagne war es, eine partnerschaftliche Teilung der Versorgungsarbeit durch gesetzliche Maßnahmen im Familien- und Eherecht festzulegen. Dass sie nach einem Regierungswechsel verworfen wurde, bedauert Helga Konrad bis heute, denn ihrer Meinung nach sollte ein gesellschaftspolitisches Thema wie die „Halbe-halbe“-Initiative, wo es um eine grundsätzlich gerechtere Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und Männern geht, nicht nur den Einzelnen überlassen werden. Stattdessen sollte es Aufgabe der Politik – und auch der Wirtschaft – sein, die Strukturen für eine solche Veränderung zu schaffen und zu ermöglichen.

1999 erhielt Helga Konrad das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich.

Frauenpolitik ist kein Minderheitenthema, Frauenpolitik ist Demokratiepolitik.

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