Ivanka Gruber (1940 – 2015)

Foto: Ludwig Gruber, 2014
EINE DER ERSTEN GRAZER GASTARBEITERINNEN

Ivanka Gaber wurde in dem kleinen Dorf Sveti Vid nad Valdek (St. Veit am Waldegg) in der Nähe von Slovenj Gradec geboren. Gemeinsam mit ihren sechs Geschwistern erlebte sie eine entbehrungsreiche und von den dramatischen Ereignissen des Zweiten Weltkriegs geprägte Kindheit, so wurde das Wohnhaus ihrer Familie bei einem Brand 1944 völlig zerstört. Aufgrund der ärmlichen Verhältnisse ging sie nach Abschluss der Pflichtschule nach Zagreb, um dort eine Ausbildung zur Kinderkrankenpflegerin zu beginnen. Als Slowenin in Kroatien machte sie erstmals die Erfahrung, mit einer neuen Kultur und Sprache zu leben. Sie heiratete und Sohn Boris wurde geboren.

Nach dem Ende Ihrer Ehe entschloss sie sich 1967, das Stellenangebot der Kinderklinik am Grazer LKH anzunehmen und siedelte ein weiteres Mal. Damit zählte sie zu den ersten Frauen, die ab den 1960er-Jahren ihre Heimat im Zuge der Gastarbeiteranwerbung Österreichs verließen. Neben ihrer Arbeit am LKH, der sie bis zu ihrer Pensionierung 1996 nachging, begann sie, das Abendgymnasium für Berufstätige zu besuchen und schloss dieses 1977 mit der Matura ab. Im Anschluss daran absolvierte sie ein Übersetzerstudium in den Fächern Serbokroatisch–Deutsch und Slowenisch–Deutsch. Ebenso nahm sie das Studium der Kunstgeschichte auf.

1979 heiratete sie den aus der Obersteiermark stammenden Ludwig Gruber. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit und ihrer Familie – es folgte Sohn Georg – engagierte Ivanka Gruber sich als Kulturreferentin im Verein „Triglav“ für die Kinder slowenischer Gastarbeiterfamilien. Nach dem Zerfall Jugoslawiens gründete sie 1992 den Verein „Österreichisch-Slowenische Freundschaft“, den sie bis 2015 als Präsidentin leitete. Ihr Anliegen war es, mit Kunst- und Kulturprojekten die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich (vor allem der Steiermark) und Slowenien zu pflegen und zu vertiefen und dabei insbesondere die Jugend in ihren Ideen und ihrer künstlerischen Entwicklung zu unterstützen.

Mein Grundsatz war: In dem Land, in dem ich lebte, die Sprache gut zu beherrschen. 

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