Maria Schaumayer (1931 – 2013)

Foto: Bernhard J. Holzner, Hopi Media

ERSTE PRÄSIDENTIN DER ÖSTERREICHISCHEN NATIONALBANK

Die in Graz geborene Maria Schaumayer promovierte im Alter von 23 Jahren zur Juristin, nachdem sie bereits ein Wirtschaftsstudium mit Schwerpunkt Industrie abgeschlossen hatte. Danach war sie im Creditanstalt-Bankverein tätig, dessen Handlungsbevollmächtigte sie 1961 wurde. In der Stadt Wien war Maria Schaumayer von 1965 bis 1973 als von der ÖVP nominierte amtsführende Stadträtin Mitglied des Stadtsenats und der Landesregierung. Von 1969 bis 1982 gehörte sie dem Wiener Landtag und Gemeinderat an. 1974 wurde sie Vorstandsmitglied der Kommunalkredit AG in Wien und war dort für die Bereiche Kreditgeschäft, Rechnungswesen und Bilanz zuständig. Von 1982 bis 1989 war sie Finanzvorstand der heutigen OMV. 1990 bis 1995 war sie Präsidentin der Österreichischen Nationalbank und in dieser Funktion die erste Frau weltweit.

Schaumayer war die Förderung von Frauen in ihrer Karriere ein großes Anliegen, vielleicht weil sie aus eigener Erfahrung wusste, wie schwer es für Frauen war, die Gläserne Decke zu durchstoßen. 1991 gründete sie die Dr. Maria Schaumayer-Stiftung, deren Ziel die aktive Unterstützung von Frauenkarrieren in Wirtschaft und Wissenschaft sowie die Förderung der Erforschung und der Verbesserung der Rahmenbedingungen dieser Laufbahn ist.

Ab 2000 war Maria Schaumayer Regierungsbeauftragte für die Entschädigung der Zwangsarbeiter/-innen unter dem NS-Regime. In dieser Funktion war sie maßgeblich am Abschluss von bilateralen Verträgen zwischen der Republik Österreich und sechs europäischen Staaten sowie den USA beteiligt. Durch die Errichtung des Österreichischen Fonds für Versöhnung, Frieden und Zusammenarbeit haben rund 132 000 ehemalige Zwangsarbeiter/-innen eine Entschädigung erhalten. 2006 wurde sie zum Ehrenmitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ernannt und war damit die erste Frau überhaupt. 2014, ein Jahr nach ihrem Tod, wurde im Wiener Bezirk Döbling der Schaumayerplatz nach ihr benannt.

 

Zu Recht sind Frauenrechte Menschenrechte und nicht Privilegien.

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