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Maria Cäsar

1920 - 2017
Maria Cäsar
Maria Cäsar, 1946, Foto: Privatbesitz Maria Cäsar

Widerstandskämpferin und Zeitzeugin


„Ich bin immer schon eine politische Frau gewesen.“

Maria Kret wurde 1920 im slowenischen Prevalje geboren und wuchs in Judenburg in der Steiermark auf. Bereits in ihrer Jugend schloss sie sich der sozialdemokratischen Jugendorganisation Rote Falken an. Nach den Februarkämpfen 1934 als sozialdemokratische Organisation verboten, trat sie im Widerstand gegen das austrofaschistische Regime dem illegalen Kommunistischen Jugendverband (KJV) bei. Auch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten blieb der KJV aktiv. Die Gestapo entdeckte die Gruppe 1939 und Maria Kret wurde verhaftet und dem Landesgericht Graz überstellt, wo sie wegen Vorbereitung zum Hochverrat 15 Monate in Haft war.

1940 heiratete sie Franz Greilberger und 1941 kam der gemeinsame Sohn Heinz auf die Welt. Schon wenig später musste ihr Mann an die Ostfront, wo er 1943 fiel. Während des Krieges knüpfte Maria Kret Kontakte zu den jugoslawischen Partisanen und den Widerstandsgruppen in Judenburg, immer wieder setzte sie ihr Leben im Kampf gegen den Faschismus aufs Spiel.

1949 wurde ihr zweiter Sohn, Ernst, geboren. 1950 ging sie nach Graz, wo sie als alleinerziehende Mutter mit ihren Kindern in einer Baracke im Lendviertel wohnte. Sie engagierte sich weiterhin politisch innerhalb der KPÖ, wo sie auch ihren zweiten Mann kennenlernte, und war ebenso in fortschrittlichen Frauenorganisationen aktiv, so zum Beispiel als Vorsitzende des Bundes Demokratischer Frauen in der Steiermark.

Seit den 1980er Jahren gab Maria Cäsar als Zeitzeugin ihre Erfahrungen in Schulen und Bildungseinrichtungen an die Jugend weiter. Darüber hinaus wirkte sie als Vorsitzende des steirischen Landesverbandes ehemals politisch Verfolgter (KZ-Verband Steiermark). Für ihren Einsatz für Österreich während der NS-Zeit und für ihre Aufklärungsarbeit erhielt sie zahlreiche Ehrungen. 2001 wurde sie gemeinsam mit Franz Leitner und Angelika Vauti zur ersten Menschenrechtspreisträgerin des Landes Steiermark ernannt, 2011 erhielt sie den Frauenpreis der Stadt Graz, 2014 das Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark. 2017 wurde in Graz der Maria-Cäsar-Park nach ihr benannt. Der Spielpark befindet sich an der Stelle des ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers Graz-Liebenau. Mit der seit 2021 angebrachten Zusatztafel am Platznamensschild würdigt die Stadt den mutigen Einsatz und die Verdienste Maria Cäsars auch im öffentlichen Raum.

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