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Ruth Feldgrill-Zankel

geb. 1942
Ruth Feldgrill-Zankel
Ruth Feldgrill-Zankel bei der EU-Ministerkonferenz in Graz, September 1997, Foto: Peter Philipp

Mit Engagment und Offenheit für Graz

„Nicht so sehr die Frauen brauchen die Politik, sondern die Politik braucht die Frauen, weil sonst die größere Hälfte der Welt nur betreut wird, aber nicht die Möglichkeit hat, ihre Anliegen mitzugestalten.“

Ruth Feldgrill-Zankel war zunächst als Journalistin für die Grazer Südost-Tagespost (1968–70) sowie als Pressereferentin der ÖVP Landesparteileitung Steiermark (1970–74) tätig. Sie setzte sich dafür ein, eine funktionierende Bürger:inneninformation aufzubauen und wurde so zu einer Kommunikationsschnittstelle zwischen der Verwaltung, den Politiker:innen und den Bürger:innen. Ihr stets vorhandenes Interesse an Politik, verbunden mit dem Wunsch, politische Entscheidungen nicht nur zu kommentieren, sondern sie selbst mitzugestalten, führte sie schließlich in die Stadtregierung.

In ihrer Funktion als Stadträtin, zu der sie 1987 gewählt wurde, war es Feldgrill-Zankel von Beginn an ein Anliegen, die Präsenz von Frauen in politischen Ämtern als etwas Selbstverständliches zu etablieren. Ein erster Schritt in diese Richtung war die Einführung der Bezeichnung „Stadträtin“, die zu dieser Zeit noch nicht existierte. Ihrer Überzeugung gemäß, dass Sprachgebrauch unsere Wahrnehmung der Welt bestimmt, machte erst Feldgrill-Zankel es möglich, dass die weibliche Form des Stadtrats im politischen Alltag verankert wurde.

1991 wechselte sie in die Bundespolitik und war für zwei Jahre Bundesministerin für Umwelt, Jugend und Familie. 1992 kehrte sie als Bürgermeisterstellvertreterin nach Graz zurück und war damit die erste Frau, die dieses Amt innehatte. Egal, ob es um Fragen der Infrastruktur, Umweltprobleme oder Tourismusstatistiken ging, verschaffte Feldgrill-Zankel sich im Austausch mit Universitäten und Forschungsinstituten eine genaue Kenntnis der Themen, um Defizite wie auch Stärken zu erkennen und daraus systematische Handlungsstrategien abzuleiten.

Indem sie sich für die Akquise von EU-Projekten, Themen der Stadt- und Wirtschaftsentwicklung, die Ausgliederung der Abteilung Tourismus sowie eine generell effizientere Nutzung des touristischen Potenzials einsetzte, gelang es Feldgrill-Zankel, die Sichtbarkeit Graz’ sowohl national als auch international zu stärken. In diesem Sinne trat sie auch dafür ein, dass ein EU-Ministertreffen erstmals in Graz stattfand. 2002 wurde sie mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Steiermark ausgezeichnet.

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